Payment for Order Flow (PFOF): Was Anleger wissen sollten

Payment for Order Flow (PFOF) ist eine Praxis in der Finanzbranche, bei der Brokerfirmen Vergütungen dafür erhalten, die Kauf- oder Verkaufsaufträge ihrer Kunden an bestimmte Marktmacher oder Handelsfirmen weiterzuleiten.

Wenn du einen Auftrag zum Kauf oder Verkauf von Aktien aufgibst, kann die Brokerfirma entscheiden, deinen Auftrag an einen bestimmten Marktmacher zu senden, anstatt ihn direkt an einer Börse auszuführen.

Wenn einem da nicht direkt die Alarmglocken leuten, dann weiß ich auch nicht. Zum Glück hat die EU-Kommission beschlossen, diese Praxis bis 2026 abzuschaffen. Hierzu später mehr.

Warum beteiligen sich Brokerfirmen an PFOF?

Marktmacher zahlen Brokerfirmen für die Gelegenheit, Trades in ihrem Namen auszuführen. Diese Zahlung kann in Form von Rabatten oder anderen finanziellen Anreizen erfolgen. Durch die Teilnahme an PFOF können Brokerfirmen zusätzliche Einnahmequellen generieren, die ihnen ermöglichen, ihren Kunden provisionsfreien Handel oder niedrigere Gebühren anzubieten.

robinhood payment for order flow
Auch die Trading App „Robinhood“ geriet in den letzten Jahren aufgrund Payment for Order Flow in Schwierigkeiten / Bild © Robinhood

Die Vor- und Nachteile:

Lass uns nun die Vor- und Nachteile von Payment for Order Flow betrachten:

Vorteile:

  1. Kosteneinsparungen für Investoren: PFOF ermöglicht es Brokerfirmen, provisionsfreien Handel anzubieten, wodurch es für Kleinanleger erschwinglicher wird, am Aktienmarkt teilzunehmen.
  2. Verbesserte Liquidität: Marktmacher sorgen für Liquidität auf dem Markt, indem sie Trades erleichtern und sicherstellen, dass es Käufer und Verkäufer für Aktien gibt.
  3. Schnellere Ausführung: Durch die Weiterleitung von Aufträgen an Marktmacher können Trades schneller ausgeführt werden als wenn sie an die Börse gesendet würden.

Nachteile:

  1. Potenzielle Interessenkonflikte: Kritiker argumentieren, dass PFOF potenzielle Interessenkonflikte für Brokerfirmen schafft. Diese könnten Aufträge an Marktmacher senden, die höhere Zahlungen bieten, anstatt die beste Ausführung für ihre Kunden zu suchen.
  2. Mangelnde Transparenz: Die Funktionsweise von PFOF kann komplex sein und von durchschnittlichen Anlegern nicht leicht verstanden werden. Dieser Mangel an Transparenz kann zu Missverständnissen oder falschen Vorstellungen führen.
  3. Auswirkungen auf die Marktqualität: Einige argumentieren, dass PFOF zu breiteren Geld-Brief-Spannen und weniger effizienten Märkten führen könnte, da Marktmacher einen Anreiz haben könnten, von der Differenz in diesen Spannen zu profitieren.

Payment for Order Flow ab 2026 in der EU verboten

Im Juni 2023 wurde eine bahnbrechende Einigung auf EU-Ebene erzielt, die ein allumfassendes Verbot von Payment for Order Flow in Kraft setzt. Diese bedeutungsvolle Entscheidung der EU-Kommission hat das Ziel, die Integrität und Transparenz im Finanzsektor zu stärken.

Für bereits bestehende Brokerfirmen, die bisher mit PFOF operiert haben, besteht eine Übergangsfrist bis spätestens zum 30. Juni 2026, innerhalb derer sie diese Praxis schrittweise einstellen müssen.

Payment for Order Flow – Fazit

Die Entscheidung der EU-Kommission spiegelt die Bemühungen wider, die Finanzbranche transparenter und kundenorientierter zu gestalten. Es wird interessant sein zu sehen, wie diese Veränderung die Art und Weise beeinflusst wie Brokerfirmen arbeiten und wie Anleger in Zukunft von diesen neuen Richtlinien profitieren werden.

Ein klareres und faireres Spielfeld für alle Beteiligten könnte das Ergebnis sein, wenn PFOF schließlich der Vergangenheit angehört.

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